Liebe Alle!
Als ich dem Begriff umgekehrter Kultus zum ersten Mal begegnet bin, habe ich sofort gespürt, dass sich hier etwas Grosses, vielleicht sogar Überwältigendes für mich öffnet. Etwas, das nach Weite und Tiefe klingt. In der Auseinandersetzung damit hat sich das dann tatsächlich auch recht schnell bestätigt. Schon bald wurde mir jedoch auch klar, dass es sich dabei nicht um etwas Abgehobenes handelt, sondern um etwas zutiefst Menschliches.
Zunächst ein paar einführende Gedanken dazu – eine kurze Definition des Begriffs und ein Link zu weiteren Infos folgt am Ende dieses Newsletters.
Im Grunde beschreibt der umgekehrte Kultus eine Form des Miteinanders, die eigentlich selbstverständlich sein sollte – und die sicherlich, davon bin ich persönlich überzeugt, in Zukunft auch wieder selbstverständlich werden wird.
Es geht um das bewusste, persönliche Zusammenkommen von Menschen auf geistiger Ebene. Nicht, um sich an etwas Äusseres gemeinsam zu binden, sondern um miteinander auf geistiger Ebene wach zu werden.
Gemeinschaft entsteht hier nicht durch Programme oder gemeinsame Meinungen, sondern durch innere Präsenz und gegenseitiges Ernstnehmen. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine Gemeinschaft mit übergestülpter Ausrichtung. Im Gegenteil: Der umgekehrte Kultus öffnet – genau wie die Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck – einen Raum für die Begegnung freier Individuen, die in ihrer Eigenständigkeit verbunden sind. Freiheit und Verbundenheit schliessen sich nicht aus, sondern bedingen sogar einander. Dieser Weg der Gemeinschaftsbildung wurde bereits 1923 von Rudolf Steiner in dem Vortragszyklus Anthroposophische Gemeinschaftsbildung (GA 257) erstmalig beschrieben.
Die Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck ist hierfür der ideale Türöffner. Sie ermöglicht ein Ankommen in authentischer Gemeinschaft, wie wir sie gemeinsam vielfach geübt, realisiert und erfahren haben. Wir werden aus unserem Kreis von Gemeinschaftsbildung-Schweiz (www.gemeinschaftsbildung-schweiz.ch) auch weiterhin Workshops genau in dieser Art anbieten und praktizieren. Weitere Termine 2026 sind in Abstimmung und folgen in Kürze.
Der umgekehrte Kultus setzt genau hier an und führt diesen Weg weiter, indem er eine zusätzliche Dimension eröffnet: die bewusste Einbeziehung geistiger Wirklichkeit, verstanden als konkreter Kontakt, konkrete Unterstützung und reale Zusammenarbeit mit geistigen Wesenheiten – nicht als Vorstellung, sondern als Erfahrung. Und auch diese Verbindung entsteht nicht ganz von selbst. Sie stellt sich ein, wenn Menschen lernen, einander wirklich persönlich zu erwarten, zuzuhören, sich innerlich zurückzunehmen, sich gegenseitig unterstützen und dabei schliesslich die persönliche Wahrnehmungs- und Erfahrungsebene beginnen zu überschreiten. Wird dieser Prozess ehrlich und konsequent vollzogen, kann sich ein Erfahrungsraum öffnen, der über das Persönliche hinausgeht und in den überpersönlichen Raum führt.
Der umgekehrte Kultus wurzelt in einer alten, lebendigen Tradition und entfaltet zugleich eine überraschend zeitgemässe Kraft. Er ist kein Rückgriff auf Vergangenes, sondern eröffnet einen spirituellen Weg, der auf die Zukunft ausgerichtet ist. Wer diese Form der Begegnung mindestens einmal erfahren hat kann erleben und spüren, dass hier ein tragfähiger Weg liegt. Er ist nicht kompliziert, verlangt aber Aufmerksamkeit, Ernsthaftigkeit und Übung. Die Wirkung dieser Erfahrung lässt sich kaum beschreiben, wohl aber im eigenen Leben immer wieder wahrnehmen.
Dazu möchte ich dich einladen.
1-Tages Workshop
Die Praxis Umgekehrte Kultus
Erwachen am Geistig-Seelischen des Anderen
Sonntag, 26.04.2026
9 – 17:30h
Anthroposophische Gemeinschaftsbildung / Gemeinschaftsbildung nach M. Scott Peck
Mehr Info
Mehr Info zum umgekehrten Kultus und der anthroposophischen Gemeinschaftsbildung:
bewusstwie.org/anthroposophische-gemeinschaftsbildung
Eine Definition des umgekehrten Kultus in aller Kürze:
Der umgekehrte Kultus bezeichnet eine spirituelle Praxis der Gemeinschaftsbildung, bei der der Weg zum Geistigen nicht von einem äusseren Ritual oder äussere Unterstützung (Moderator, spiritueller Lehrer …) ausgeht, sondern vom inneren Bewusstsein und der Haltung der beteiligten Menschen. Durch wahrhaftige Begegnung, Hingabe und Aufmerksamkeit im sozialen Miteinander wird die Gemeinschaft selbst zum Ort geistiger Erfahrung: Menschenseele erwacht an Menschenseele, und aus dieser inneren Bewegung heraus kann sich der Zugang zur geistigen Welt eröffnen.
Darüber hinaus sind weitere Workshop-Termine zum umgekehrten Kultus fest geplant.
Alle Termine dazu findest du hier:
www.bewusstwie.org/alle-termine
Vielleicht ist jetzt ein guter Moment,
Gemeinschaft neu zu lernen –
und sie zugleich zu vertiefen.
Ich freue mich, den einen oder anderen von euch hier oder da schon bald zu begegnen.
Herzlich
Andreas